Kommt sie doch noch, die Bürgerversicherung?
Kommt sie doch noch, die Bürgerversicherung?
Bedingung für den Eintritt in eine neuerliche Große Koalition macht. Die Union sträubt sich gegen die
Idee. Was würde die Einführung einer einheitlichen Krankenversicherung für alle bedeuten?
Ein Hauptgrund für die SPD-Forderung liegt in der Ungleichbehandlung von Privat- und
Kassenpatienten, die von vielen Menschen als ungerecht empfunden wird. Damit wäre es allerdings
bei einer Bürgerversicherung nicht vorbei. Die Erfahrungen anderer Länder zeigen: Wer es sich
leisten kann, schließt eine Zusatzversicherung ab, zum Beispiel für Chefarztbehandlung. Dem
allgemeinen Gerechtigkeitsempfinden würde es allerdings entgegenkommen, dass viele (gut
verdienende) Privatpatienten höhere Beiträge zahlen müssten als heute.
Auf der anderen Seite würde sich für viele, vor allem ältere Privatpatienten, denen ihre
Versicherungsprämien zu hoch sind, eine Wechselmöglichkeit in die Bürgerversicherung eröffnen.
Und dass die privaten Prämien steigen würden, kann als sicher gelten, da keine jungen, gesünderen
Kunden mehr ins Versichertenkollektiv nachrücken könnten. Nicht steigen, sondern eher sinken
würde dagegen das Versorgungsniveau, wie die Ärzteschaft warnt: Privatpatienten bringen den
Praxen durchschnittlich mehr ein und finanzieren damit überproportional beispielsweise die
Ausstattung. Von den Hightech-Geräten und -Verfahren profitieren am Ende aber alle Patienten.
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